Diözesan-Caritasverband Fulda, 30.11.2012

Nach Projektphase in Regelbetrieb überführt

Kita St. Elisabeth am Gallasiniring entwickelte sich zum Familienzentrum

Fulda (cif). Eigentlich wär es ein guter Grund gewesen mit Sekt anzustoßen – darin waren sich die Teilnehmer des letzten Arbeitstreffens „Projekt Vernetzung der Kita St. Elisabeth im Sozialraum“ einig, denn durch der Beschluss der Arbeitsgruppe wurde aus dem Projekt nun die Regel: Die Kita St. Elisabeth hat sich zu einem Familienzentrum als Anlauf- und Vermittlungsstelle für Beratung und Hilfe entwickelt. Die Arbeitsgruppe zur Entwicklung diese Familienzentrums hat damit ihre Aufgabe erfüllt.

Die Beteiligten haben sich vor der Einrichtung in einer Linie zum Gruppenfoto aufgestellt. Sie schauen uns fröhlich an. Zufriedenheit über das Erreichte kann man aus ihren Gesichtern schließen. Im Hintergrund ist in dem weiß geputzten Gebäude eine zweiflüglige Eingangstür und ein großes Fenster zu sehen.
v. li.Christian Reuter (GF Caritasverband für die Regionen Fulda und Geisa), Günther Hohmann
(Verwaltungsrat Gemeinde St. Elisabeth), Werner Althaus (Bereichsleiter des Regional-Caritasverbandes),
Janina Wübbelsmann (Sozialberaterin der Caritas im Familienzentrum St. Elisabeth), Kita-Leiterin Ute Völker,
Caritas-Kita-Referentin Elvira Diel, Msgr. Elmar Gurk (Gemeindepfarrer und Caritas-Aufsichtsratsvorsitzender)
sowie Franz Meyer (Referent Soziale Dienste beim Diözesan-Caritasverband
Pressefoto C. Scharf/Caritas FD

Nachdem vor zwei Jahren Mitarbeiterinnen der Kita St. Elisabeth immer häufiger auf die prekäre Lebenssituation von in der Kita ein- und ausgehenden Familien aus Fuldas Ostend aufmerksam gemacht hatten und betonten, dass sie als Erziehungskräfte nicht genau wüssten, wie man diesen Betroffenen konkrete soziale Hilfe zuteilwerden lassen könnte, trat die Arbeitsgruppe mit Vertretern der Kirchengemeinde, der Kindertagesstätte, des Diözesan-Caritasverbandes und der örtlichen Caritas erstmals zusammen. Der damaligen Situationsanalyse nach spiegelt sich die soziale Situation des Viertels am Gallasiniring in den Betreuungsgruppen der Kita wider: Die hohe Bandbreite von 50 Nationalitäten mit unterschiedlichen kulturellen und ethnischen Hintergründen verursacht Sprachbarrieren der Familien untereinander und in der Zusammenarbeit mit den Kita-Fachkräften. Nach Auskunft der Erzieherinnen gab es zunehmend die Nachfrage der Eltern bezüglich Hilfe in der allgemeinen Sozial- und Lebensberatung, in Rechtsfragen, aber auch bei der Alltagsbewältigung und Haushaltsorganisation.

Mit der Idee, diese Hilfen in der Kita bereitzustellen beziehungsweise die Hilfen von dort aus zu vermitteln, war die Zielsetzung für das Projekt klar: Aus der reinen Kindertagesstätte sollte eine Anlaufstelle für die ganzen Familien im Stadtviertel werden.

Seitdem ist viel geschehen. Durch eine Mitarbeiterin des Caritasverbandes für die Regionen Fulda und Geisa gibt es nun feste Ansprechzeiten für die Eltern, die in die Kita kommen und Beratungsbedarf haben. Sie können vor Ort direkt ihre Beratung erhalten, aber auch Hausbesuche sind möglich, oder die Betroffenen werden in eine Fachberatung der Caritas weiter vermittelt.

Seit einem Jahr können Mütter von Kita-Kindern sowie andere Frauen aus dem Stadtviertel an einem Sprachkurs „Deutsch für Ausländer“ teilnehmen. Das niederschwellige Angebot richtet sich vor allem an solche Mütter, die auf Grund ihrer familiären Situation sonst kaum die Möglichkeit hätten, außerhalb der eigenen vier Wände und gemeinsam mit anderen Frauen Deutsch zu lernen. Die Kinderbetreuung während des Kurses ist von der Kita sicher gestellt, finanziert wird der Sprachkurs aus Mitteln der Caritas-Stiftung im Bistum Fulda. Das pädagogische Team der Kita wurde zudem in Elternarbeit und Gesprächsführung geschult, um gelassener und auch professioneller auch mit Konfliktsituationen umgehen zu können.

Alle Angebote der Kita sind mit denen des gesamten Stadtteils abgestimmt. Noch nicht ganz zufrieden ist die Kirchengemeinde mit der Zahl der

ehrenamtlichen Mitarbeiter aus der Pfarrgemeinde, die sich aktiv beteiligen – zum Beispiel durch eine Patenschaft für ein Kind aus dem Kindergarten oder durch Übernahme einer Lotsenfunktion für eine Familie aus dem Stadtteil. Ungeachtet des Abschlusses der Projektphase gehen daher die Anstrengungen der Pfarrgemeinde weiter, Ehrenamtliche zu motivieren. Informationen zum Konzept des Familienzentrums St. Elisabeth und über Einsatzmöglichkeiten von Freiwilligen erhalten Interessierte beim Caritas-Referenten Soziale Dienste, Franz J. Meyer, Tel. 0661 / 2428-130.